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Konto eröffnen als Ukrainer in Deutschland 2026: Basiskonto, Onlinebank oder ukrainische Karte

Konto eröffnen als Ukrainer in Deutschland 2026: Basiskonto, Onlinebank oder ukrainische Karte
Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland stehen in den ersten Wochen vor derselben Frage: Wo Geld aufbewahren, wenn die Bank Dokumente verlangt, die noch nicht vorliegen, und die ukrainische Karte Barabhebungen bereits einschränkt? Dieser Artikel hilft bei der Wahl zwischen Basiskonto in einer Filialbank, Onlinebank und Hrywnja-Karte – je nachdem, welche Dokumente gerade vorhanden sind und was in einem Jahr gebraucht wird.

Die meisten Artikel über Konten in Deutschland erklären, was ein Basiskonto ist, lassen aber die entscheidende Frage offen: Welches Dokument die Bank in welcher Phase akzeptiert. Im Folgenden wird das Schritt für Schritt aufgeschlüsselt – und erklärt, was zu tun ist, wenn die Bank ablehnt.

Welche Dokumente die Bank in welcher Phase akzeptiert

Das ist ein Detail, das Bankberaterinnen und -berater selten klar erläutern. Der BaFin-Hinweis vom 7. April 2022 legt für alle Banken in Deutschland folgende Regelung fest:

Die meiste Verwirrung gibt es rund um die Fiktionsbescheinigung. Sie bestätigt, dass ein Antrag auf Aufenthaltserlaubnis bearbeitet wird, ist aber kein Identitätsdokument. Mit ihr akzeptiert die Bank ein anderes ukrainisches Ausweisdokument. Wer einen Reisepass oder eine ID-Karte von 2015 hat, braucht die Fiktionsbescheinigung für die Kontoeröffnung gar nicht.

Wer gerade angekommen ist und nur eine Anlaufbescheinigung hat, legt diese zusammen mit einem ukrainischen Ausweisdokument vor.

Sobald das Ausländeramt eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG (vorübergehender Schutz) ausgestellt hat, dient diese als Aufenthaltstitel. Aufenthaltserlaubnisse, die am 1. Februar 2026 gültig waren, gelten automatisch bis 4. März 2027, ohne dass jeder Einzelfall verlängert werden muss. Der vorübergehende Schutz in der EU ist bis zum 4. März 2028 verlängert worden (Ratsbeschluss 2026/1912), die deutsche Verlängerung der Aufenthaltserlaubnisse bis 2028 war jedoch mit Stand 12. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Mitteilungen des Ausländeramts.

Basiskonto: Recht, Kosten, Einschränkungen

§ 31 Zahlungskontengesetz gewährt das Recht auf ein Basiskonto jeder Person, die sich rechtmäßig in der EU aufhält – darunter Asylsuchende, Personen mit Duldung und Personen ohne festen Wohnsitz. Die Bank muss ohne unnötige Verzögerung, spätestens innerhalb von 10 Werktagen nach Eingang des vollständigen Antrags, einen Vertrag anbieten.

Das Basiskonto umfasst das Standardpaket: Euro-Konto mit IBAN, Ein- und Auszahlungen, Überweisungen, Lastschriften und eine Zahlungskarte – also alles, was für den Empfang von Lohn oder Sozialleistungen und die Begleichung von Rechnungen nötig ist. Einen Dispositionskredit muss die Bank nicht gewähren, kann ihn aber vereinbaren (§ 39 ZKG).

Zu den Kosten: § 41 ZKG verlangt, dass das Entgelt „angemessen" ist, legt aber keinen Höchstbetrag in Euro fest. Die Tarife unterscheiden sich, daher den genauen Betrag vor Vertragsabschluss bei der Bank erfragen.

Onlinebank in Deutschland: Voraussetzungen und Unterschiede

Onlinedienste eröffnen Konten aus der Ferne, per Videoidentifikation oder Dokumentenprüfung in der App. Ein wichtiger Unterschied: Die Pflicht zur Eröffnung eines Basiskontos nach § 31 ZKG gilt für Kreditinstitute, also Banken – auch Onlinebanken mit Banklizenz. Dienste, die als E-Geld-Institute arbeiten (zum Beispiel Wise), sind von dieser Pflicht nicht erfasst und können ablehnen.

Vor der Einreichung von Unterlagen beim jeweiligen Dienst klären, welche Dokumente für die Videoidentifikation akzeptiert werden und ob eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG anerkannt wird. Die Bedingungen der Dienste ändern sich, also jedes Mal neu prüfen.

Einen der bei Ukrainerinnen und Ukrainern im Ausland beliebten Dienste beschreibt der Artikel Revolut in der Ukraine 2026: Konto eröffnen, Limits, Support (auf Ukrainisch).

Ukrainische Karte in Deutschland: wann sie reicht und wann nicht

In den ersten Wochen nach der Ankunft kann die Hrywnja-Karte das einzige Zahlungsmittel sein – das ist normal. Doch bereits im ersten Monat zeigen sich die Einschränkungen des NBU-Beschlusses Nr. 18 (Fassung vom 17.09.2026):

Beispiel: Zum NBU-Kurs vom 12. Oktober 2026 (50,31 UAH je 1 €) entsprechen 12.500 UAH rund 248 € Bargeld pro Woche und 200.000 UAH rund 3.975 € an Kartenzahlungen pro Monat. Für Kartenzahlungen reicht das, aber einen Vermieter, der Bargeld oder eine Überweisung verlangt, lässt sich so nicht bezahlen.

Die Ukraine gehört mit Stand 11. September 2026 nicht zum SEPA-Raum (Gesetzentwurf Nr. 14327-д wartet auf Behandlung im Parlament). Eine Überweisung zwischen einem ukrainischen und einem deutschen Konto ist daher ein internationaler SWIFT-Transfer, keine schnelle SEPA-Überweisung. Dabei spielt die Richtung eine Rolle: Eingehende Zahlungen in der Ukraine unterliegen keinen NBU-Limits; ausgehende Zahlungen aus der Ukraine ins Ausland erlaubt Beschluss Nr. 18 nur für bestimmte Transaktionen.

Ausgehende P2P-Überweisungen von Hrywnja-Karten auf Karten ausländischer Banken sind seit dem 5. Oktober 2022 verboten. Vom Fremdwährungskonto auf eine Karte lassen sich bis zu 100.000 UAH pro Monat im Gegenwert überweisen.

Wer ein Festgeld bei einer ukrainischen Bank hält und dabei in Deutschland lebt, sollte die steuerlichen Folgen beachten. Als in Deutschland ansässige Person müssen die Zinsen aus dem ukrainischen Festgeld in der deutschen Steuererklärung angegeben werden (§ 32d EStG). Die in der Ukraine gezahlte Steuer wird angerechnet, jedoch nur bis zu dem Satz, den das Doppelbesteuerungsabkommen erlaubt. Bankkonditionen im Vergleich bietet der Artikel Festgeld in der Ukraine 2026: Zinsen, Steuern, Wohnsitz Deutschland.

Was tun, wenn die Bank ablehnt

Das kommt häufiger vor, als es sollte. So gehen Sie vor:

1. Schriftliche Begründung verlangen. Die Ablehnung muss die Bank innerhalb von 10 Werktagen, kostenlos, schriftlich und mit Gründen mitteilen. Den Grund muss sie nicht nennen, wenn dies die öffentliche Sicherheit – etwa Geldwäschevorschriften – gefährdet oder gegen ein Offenbarungsverbot verstößt (§ 34 ZKG).

2. Den Ablehnungsgrund prüfen. Ein Basiskonto darf die Bank nur aus den in §§ 35–37 ZKG genannten Gründen verweigern: Sie haben bereits ein geeignetes Zahlungskonto bei einer anderen Bank in Deutschland; Sie haben eine Straftat gegen diese Bank begangen, oder die Kontoeröffnung würde gegen das Gesetz verstoßen; die Bank hat einen früheren Basiskontovertrag mit Ihnen wegen Nichtzahlung gekündigt. Kein fester Wohnsitz oder das Vorliegen nur einer Fiktionsbescheinigung zusammen mit einem ukrainischen Dokument sind kein Ablehnungsgrund.

3. Die BaFin einschalten. Hat die Bank abgelehnt, innerhalb von 10 Werktagen nicht geantwortet oder das Konto nach Vertragsunterzeichnung nicht eröffnet, kann ein Antrag bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gestellt werden (§ 48 ZKG). Die BaFin kann die Bank zur Kontoeröffnung verpflichten (§ 49 ZKG).

4. Oder die Schlichtungsstelle anrufen. Bankenverbände betreiben kostenlose Schlichtungsstellen: eine für Sparkassen, eine für private Banken. Einen Weg wählen: Solange ein Verfahren bei der Schlichtungsstelle läuft, ist ein Antrag bei der BaFin unzulässig (§ 48 ZKG).

Ein häufiger Fehler: Viele geben nach der ersten Ablehnung auf und nutzen monatelang nur die ukrainische Karte – und zahlen dabei für Konvertierungen drauf.

Steuerliche und sozialrechtliche Hinweise

Wer in Deutschland eine Wohnung hat oder sich dort länger als sechs Monate am Stück aufhält, gilt als unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland (§ 1 EStG, §§ 8 und 9 AO). Deutschland besteuert Einkünfte aus der ganzen Welt: Zinsen aus einem ukrainischen Festgeld müssen in der Steuererklärung angegeben werden; Mieteinnahmen aus einer ukrainischen Wohnung sind nach den Regeln des Doppelbesteuerungsabkommens zu behandeln.

Wer Grundsicherungsgeld erhält (das seit dem 1. Juli 2026 das Bürgergeld ersetzt hat), ist nach § 60 SGB I verpflichtet, dem Jobcenter alle Einnahmen und Vermögenswerte – auch solche im Ausland – sowie deren Veränderungen zu melden. Zinsen aus Festgeld und Mieteinnahmen aus der Ukraine gelten als Einkommen (§ 11 SGB II). Ersparnisse werden bis zu einem altersabhängigen Freibetrag nicht angerechnet: bis zum 30. Geburtstag 5.000 €, ab 30 Jahren 10.000 €, ab 40 Jahren 12.500 €, ab 50 Jahren 20.000 € pro Person (§ 12 SGB II). Für Leistungszeiträume, die vor dem 1. Juli 2026 begonnen haben, gelten noch die alten Regelungen.

Bei steuerlichen Fragen in Deutschland wenden Sie sich an das Finanzamt oder einen Steuerberater; bei Fragen zu Sozialleistungen an das Jobcenter.

Siehe auch

Häufige Fragen

Kann ein Ukrainer ohne Meldeadresse in Deutschland ein Konto eröffnen?

Ja. § 31 ZKG gewährt das Recht auf ein Basiskonto auch Personen ohne festen Wohnsitz, sofern sie sich rechtmäßig in der EU aufhalten. Die BaFin stellt klar, dass für solche Kunden eine Postadresse ausreicht.

Welche Dokumente genügen, wenn nur eine Fiktionsbescheinigung vorhanden ist?

Die Fiktionsbescheinigung allein ist kein Identitätsdokument. Wer einen Reisepass oder eine ID-Karte von 2015 hat, kommt damit ohne jedes deutsche Dokument aus. Ein anderes ukrainisches Ausweisdokument akzeptiert die Bank zusammen mit der Fiktionsbescheinigung, einer Anlaufbescheinigung oder einer Meldebescheinigung (BaFin-Hinweis vom 7. April 2022).

Was tun, wenn die Bank die Eröffnung eines Basiskontos verweigert?

Eine schriftliche Begründung verlangen: Die Bank muss den Grund nennen, außer wenn dies die öffentliche Sicherheit – etwa Geldwäschevorschriften – gefährdet. Hat die Bank abgelehnt oder innerhalb von 10 Werktagen nicht geantwortet, kann man die BaFin einschalten; sie kann die Bank zur Kontoeröffnung verpflichten (§ 48, § 49 ZKG).

Muss das Jobcenter über Zinsen aus einem ukrainischen Festgeld informiert werden?

Ja. Nach § 60 SGB I sind Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherungsgeld verpflichtet, alle Einnahmen und Vermögenswerte zu melden, auch solche im Ausland. Zinsen werden als Einkommen nach § 11 SGB II angerechnet.

Gibt es Beschränkungen für Überweisungen zwischen der Ukraine und Deutschland?

Die Ukraine gehört mit Stand 11. September 2026 nicht zum SEPA-Raum, weshalb Überweisungen als internationaler SWIFT-Transfer laufen. Eingehende Zahlungen in der Ukraine unterliegen keinen NBU-Limits. Aus der Ukraine ins Ausland erlaubt NBU-Beschluss Nr. 18 nur bestimmte Transaktionen: Zahlung für Waren und Dienstleistungen sowie P2P vom Fremdwährungskonto bis 100.000 UAH pro Monat.

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